Bad Bocklet. Die Landesvorsitzende der Frauen-Union und Staatsministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten Emilia Müller war der Einladung des Kreisverbandes der Frauen-Union Bad Kissingen nach Bad Bocklet gefolgt und wurde von der FU wie von Bürgermeister Wolfgang Back, Landtagsabgeordnetem Robert Kiesel und dem stellvertretenden Landrat Eberhard Gräf empfangen. Dabei wurde das Rehazentrum Bad Bocklet als Veranstaltungsort gewählt.
Die Frauen- und Familienpolitik, begrüßte die Kreisvorsitzende der Frauen-Union Nikola Renner-Knopp, ist aus ihrem Schattendasein herausgetreten. Früher wurde die Frauen-Union oft belächelt, weil sie sich mit den sogenannten weichen Kriterien befasste. Heute sind angesichts der Rentendiskussion und des sich abzeichnenden Fachkräftemangels diese Themen in den Vordergrund gerückt und zieren in regelmäßigen Abständen die Wirtschaftsjournale. Die aktuelle wirtschaftliche und gesellschaftspolitischen Situation zeigt den dringenden Handlungsbedarf, der bis in die kommunale Ebene reicht. Gerade in einem Landkreis wie Bad Kissingen, in dem auch viele Frauen auf dem Gesundheitssektor tätig sind, müssen Frauen Beruf und Familie unter einen Hut bringen. Grund genug für die Frauen-Union, so Nikola Renner-Knopp, das Klinikum Bad Bocklet als Veranstaltungsort auszuwählen, um auf diese Verknüpfung hinzuweisen.

Der Verwaltungsleiter des Reha-Zentrums Lutsch nutzte die verkehrsbedingte Verspätung der Staatsministerin, um die Rehabilitationskliniken für Innere Medizin, Onkologie/Orthopädie und Psychosomatik mit Fachabteilung Geriatrie vorzustellen (www.rehazentrum-bb.de) und stellte die Bedeutung der Gesundheitsprävention heraus. Als Privatklinik könne sein Haus, so Lutsch, bei der Belegung vor allem durch den hohen Qualitätsstandard punkten. Dabei ist vielen Patienten noch nicht bewußt, dass ihnen das Gesetz gegenüber ihrer Kasse die Wahl der Reha-Klinik zugesteht.
Für Staatsministerin Emilia Müller geht es nicht darum, Politik für Frauen zu machen. Ihrer Meinung nach gibt es gute oder schlechte Politik. Es geht darum gemeinsam gute Politik zu gestalten. Dabei war die Situation der weiblichen Bevölkerung in Deutschland im letzten Jahrhundert einem enormen Wandel unterzogen, so dass die Politik immer wieder die Rahmenbedingungen anpassen muss. Hierbei wurde viel geleistet, auch wenn es noch viel zu tun gibt und hierbei oftmals Beharrlichkeit gefragt ist. Sie wies beispielsweise darauf hin, dass die Europäische Union die unterschiedlichen Verdienste von Frauen und Männer gerügt hat. Unter der deutschen Ratspräsidentschaft wurden deshalb auch Weichen gestellt, die den Wandel der Rollenbilder und die damit verbundene Herausforderung für die Familien, entsprechende Strategien für die Wirtschaft, die Unterstützung für Frauen in Führungspositionen und die Förderung von Frauen und Kindern mit Emigrationshintergrund zum Inhalt haben. Sie sieht in der Gleichstellung eine Chance, von der jeder profitieren kann. Auch die Wirtschaft stellt sich auf die jungen Väter ein. Kinderwägen, so Emilia Müller, schauen inzwischen wie „richtige“ Fahrzeuge aus. Und sie hält eine Bubenförderung für nötig, wenn Jungs hauptsächlich von Müttern, Erzieherinnen und Lehrerinnen erzogen werden, während die Väter arbeiten. Ihrer Meinung nach darf der Staat nicht in den individuellen Lebensentwurf hineinwirken. Sie hält eine lebenslauforientierte Familienpolitik für wichtig und wünscht sich einen Dialog zwischen Jung und Alt. So plädiert sie für eine Unterstützung der Pflegenden mit der Schaffung eines Rechtsanspruchs, der es ermöglicht 6 Monate seine Angehörigen zu Hause zu pflegen.
Auch innerhalb der Fraun-Union, so Emilia Müller müssen wir die Themen „Pflege“ und „demographische Entwicklung“ in den Mittelpunkt stellen, weil sie uns sonst überrollen.
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