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Montag, 22. Januar 2007 |
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Europaabgeordnete besucht Bad Bockleter Rehazentrum
Bad Bocklet. Einen Arbeitsbesuch stattete Dr. Anja Weisgerber, CSU, Mitglied des Europäischen Parlaments, dem Rehabilitations- und Präventionszentrum Bad Bocket ab und lies sich vor Ort vom Geschäftsführer des Rehabilitationszentrums, Harald Barlage und dem ärztlichen Direktor, Herrn Privatdozent Dr. Eckhard Friedel über die medizinischen Entwicklungen informieren.
Harald Barlage zeigte sich in seiner Begrüßung sehr erfreut über diesen
Besuch, da Frau Dr. Weisgerber unter anderem Gesundheitspolitische
Sprecherin der CSU Europa Gruppe ist und sich im Rahmen der
Volksgesundheit um Programme und spezielle Aktionen im Bereich
öffentliche Gesundheit, sowie der Prävention und Kontrolle von
Krankheiten kümmert.
Die Entwicklung der Rehabilitation stellte Harald Barlage am Beispiel
der Bad Bockleter Rehaklinik, von der Blütezeit in den 80er und 90er
Jahren ebenso dar, wie den Niedergang der Rehabilitation durch das
Beschäftigungs- und Wachstumsförderungsgesetz des damaligen
Gesundheitsminister Seehofers aus dem Jahre 1997. Hiervon, so Barlage
weiter, haben sich die meisten Rehabilitationskliniken bis heute nicht
erholt. Viele Kenner der Szene gehen davon aus, dass es in den nächsten
3 bis 5 Jahren zu einer deutlichen Marktbereinigung mit dem Verlust von
vielen Arbeitsplätzen kommen wird.
Dieser Problematik hat sich die Bad Bockleter Einrichtung intensiv
gestellt und zusätzliche Disziplinen, wie die Orthopädie und die
Geriatrie rechtzeitig etabliert und sich zunehmend auch mit der
Thematik Prävention auseinandergesetzt.
Frau Dr. Weisgerber ermutigte die Bad Bockleter Verantwortlichen, den
Präventionsgedanken weiter zu forcieren, da während der Deutschen EU
Ratspräsidentschaft Maßnahmen im Fordergrund stehen werden, die den
Gesundheitsschutz, also die Prävention fördern.
Einen breiten Raum nahm die Diskussion zur Umsetzung der
Arbeitszeitrichtlinie unter der besonderen Situation einer Rehaklinik
ein. Die Chefärzte machten deutlich, dass ein
bereitschaftsdiensthabender Arzt im Akutkrankenhaus, der möglicherweise
aufgrund von Notfällen kaum zum schlafen kommt, nicht mit einem
bereitschaftsdiensthabenden Arzt in einem Rehabilitationszentrum
verglichen werden darf. Letzterer ist zwar in der Klinik für den
Notfall anwesend ist, kann in den meisten Fällen jedoch ohne
Arbeitseinsatz durchschlafen. In diesen Fällen ist es für die
Arbeitgeber nur schwer verständlich, wenn alle Mediziner mehr oder
weniger vom Gesetz her gleich behandelt werden sollen und am nächsten
Tag ihren Dienst nicht fortsetzen dürfen. Die lebhafte Diskussion mit
Anja Weisgerber verdeutlichte, welche unterschiedlichen Interessenlagen
gerade ein Europaparlament in einer gesetzlichen Regelung zu
berücksichtigen hat, da Länder wie England eine sehr weit ausgelegte
Arbeitszeitrichtlinie forderten, während andere eine eher enge
Zeitauslegung forderten.
Sehr kritisch äußerte sich Harald Barlage zu den schon vorhandenen und
weiter geplanten grenzüberschreitenden Gesundheitsleistungen. Natürlich
können wir nicht ein vereintes Europa fordern, so Barlage, und den
Wettbewerb im Gesundheitswesen einfach ausblenden. Wenn wir in
Deutschland aber einen hohen Qualitätsstandard fordern, ein aufwendiges
Qualitätsmanagement betreiben, dann darf es nicht sein, dass in anderen
europäischen Ländern diese Leistungen ohne abgestimmte
Qualitätsstandart erbracht werden, da dann nicht mehr von fairen
Bedingungen gesprochen werden kann.
Bei einem gemeinsamen Rundgang durch das Rehabilitations- und
Präventionszentrum zeigte sich Anja Weisgerber von der
Investitionskraft des Bad Bockleter Unternehmens und der frühzeitigen
Weichenstellung auch in Richtung der Prävention, die im Europaparlament
mit dem Aktionsprogramm Gesundheit 2007 bis 2013 eine hohe Priorität
genießt, sehr beeindruckt.
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